Aktuell gibt es nur noch drei Gruppen die regelmäßig im Backhaus backen.
Im Sommer entstand daraufhin im OGV die Idee, das Brotbacken im Backhaus wieder neu zu beleben.
Im September nahm dann die weitere Planung Fahrt auf: Rund 20 Interessierte trafen sich im Apfelgärtchen, um zu erfahren wie man aus nur drei Zutaten zu seinem eigenen Brot gelangen kann. Uns wurde schnell klar, dass dies eine sehr zeitaufwändige Aktion werden würde. Trotzdem entstanden am Ende drei Teams die das Abenteuer Brotbacken wagen wollten.
Nachdem der theoretische Teil verinnerlicht war, machten wir uns an die Beschaffung der „Wern“. Denn zum Brot backen benötigt man jede Menge gut abgelagerten Reisig/Heckenschnitt. Dies war die erste größere Herausforderung.Erfreulicherweise war die Unterstützung im Dorf groß und so bekamen wir doch ausreichend Wern und Anheizholz beisammen. Weitere Utensilien, wie ausrangierte Backbleche der ehemaligen Bäckerei Sladek, Teigwannen in ungeahnten Dimensionen und Backschießer tauchten plötzlich aus der Versenkung auf und wurden uns zur Verfügung gestellt.
Nun wurde sich ein weiteres mal getroffen, um die letzten Fragen zu besprechen und wertvolle Tipps auszutauschen. Durch Petra Kleinmichel und Wolfgang Gümbel (von Haus aus Bäcker), der uns darüber hinaus auch an allen vier Backtagen als „Anheizer“ zur Seite stand, wurde die Einweisung bestmöglich abgeschlossen.
Dann wurde es ernst. Einige Tage vor dem Back-Event wurde mit der Herstellung des Sauerteiges begonnen. Aus erst noch kleinen Mengen wuchs im Laufe der Woche unser Sauerteig heran. Jetzt war auch klar, weshalb diese großen Teigwannen benötigt wurden.


So starteten wir dann am Freitag, den 31.10.25, mit dem Anheizen im Backhaus. Wobei sich dieser Teil der Vorbereitung als der angenehmste herausstellten sollte.
Am Samstagmorgen startete dann die erste Gruppe ihre Back-Aktion. Leider erhielt unsere Begeisterung einen kleinen Dämpfer, da trotz sorgfältiger Planung uns Anfängern ein paar kleine Fehler unterliefen. So hatten wir die Glut im Inneren des Ofens nicht richtig verteilt und dieser sich somit nicht gleichmäßig erhitzt. Einige Brote im hinteren Teil des Ofens wurde dadurch leider ziemlich dunkel. Doch die restlichen Brote konnten sich sehen lassen und schmeckten vor allem hervorragend!


Auch die Teigmenge war etwas überdimensioniert. So kam es, dass einige spontan zu frischem Sauerteig gelangten. Auch die anderen Teams konnten schon mal ihr erstes Bauernbrot im eigenen Backofen backen konnten.
So duftete es nicht nur und ums Backhaus herrlich nach frischem Brot.
In der Folgewoche starteten wir schon etwas früher mit den letzten beiden Gruppen in die zweite Runde.
In der ersten Gruppe hatte jeder seinen eigenen Teig hergestellt. Leider war nicht jeder Teig optimal aufgegangen. Allerdings hatten wir auch echt eisige Temperaturen. So erhielten wir am Ende eine Vielzahl unterschiedlicher Brote. Diese wurden natürlich sofort angeschnitten und probiert. Außer der Tatsache, dass einige etwas „dicht“ waren, war auch dieser Durchgang ein voller Erfolg.
Mittags folgte dann die letzte Gruppe. Diese hatten ein Team auserkoren, welches den Teig für die gesamte Gruppe ansetzte. Diese Taktik erwies sich als die praktischere, da alle Brote einheitlich gebacken wurden. Das hätte aber auch schief gehen können, wenn der einzige Teig nichts geworden wäre. Glücklicherweise waren hier Profis wie Silke Däumer (Allerhand) am Werk. Silke backt schon seit Jahren ihr eigenes Brot zu Hause und kennt sich daher gut aus. Wir müssen wohl neidlos anerkenne, dass diese Gruppe dann auch das beste Ergebnis erzielte.
Nachmittags waren wir dann mit dem zweiten Durchgang fertig, sodass sich jetzt dem gemütlichen Teil zugewandt werden konnte. Im Anschluss folgen den insgesamt rund 120 Broten noch ein Zuckerbrot, ein Schmandkuchen und drei Bleche Pizza. Einfach lecker!
Unser Fazit: Wir wollen diese Aktion auf jeden Fall wiederholen! Es wird nochmals ein Treffen zum Erfahrungsaustausch geben, bevor wie die Termine im nächsten Jahr festlegen – definitiv bei milderen Temperaturen!
Ein herzliches Dankeschön besonderes an Gunther Agel, der sich in den vergangenen Wochen im Eiltempo jede Menge Wissen angeeignet hat und allen Gruppen damit bei der ein oder andere Frage weiterhelfen konnte. Ein weiteres Dankeschön allen Bäckerinnen und Bäckern, die sich mit uns auf dieses Abenteuer eingelassen haben.
Danke auch an alle die uns in irgendeiner Form unterstützt haben, unter anderem auch der IGD für die Bereitstellung der Bänke und die Nutzung der Sanitären Anlagen im Backhaus!
Wer jetzt ebenfalls Interesse hat – etwas neues/altes auszuprobieren, wird auch im nächsten Jahr noch einmal die Chance dazu haben!
Wir sollten dieses wertvolle Wissen, das traditionsreiche Brauchtum und das Privileg in Dutenhofen noch ein funktionstüchtiges Backhaus zu haben in die Zukunft tragen! Es ist ein Stück Geschichte das wir gemeinsam mit Euch aufleben lassen wollen.















